Mittelburgenland. Das Sonnenland

Das Sonnenland liegt dort, wo an rund 300 Tagen im Jahr die Sonne scheint. Wo sich Weinreben die sanften Hügel hinaufziehen, rauschende Ähren im Wind wiegen und dichte Wälder Schatten spenden. Weil hier vor allem Rotwein wächst, heißt es auch Blaufränkischland. Aber auch Mittelburgenland – aber nicht wegen der Burgen, obwohl es auch derer hier einige gibt.   

Sonne, Genuss und Franz Liszt  

Das Mittelburgenland steht für Sonne, für Genuss – und für Kultur. Burgen und Schlösser, die die Geschichte des einstigen Deutsch-West-Ungarns erzählen. Geheimnisvolle Rittersäle, wertvolle Schätze, weite Ausblicke. Dann ist da noch ein kleines Bauernhaus. Fast unscheinbar und doch ganz schmuck herausgeputzt. Heimat bist du, Mittelburgenland, großer Söhne. Franz Liszt war einer davon. In Raiding steht nicht nur sein Geburtshaus, weiß gekalkt und als Museum umgestaltet. Daneben erhebt sich das Lisztzentrum, Heimat des Lisztfestivals wie auch Veranstaltungsort anderer Konzerte.    

Burgen und Schlösser im Mittelburgenland  

Burgen und Schlösser – bewohnt von Künstlern wie Deutschkreutz, bespielt von Schauspielern wie Kobersdorf. Oder von einem zauberhaften Garten umgeben, wie Lackenbach. Burg Forchtenstein, ein Wahrzeichen des Burgenlandes, liegt ganz in der Nähe und auch zur Ruine Landsee, einer der größten Wehranlagen Europas, ist es nicht weit. Dann ist da noch Burg Lockenhaus, die ein Geheimnis birgt. Denn darin liegt ein Kultraum, der den Historikern bis heute Rätsel aufgibt.   

Kein Tag wie der andere  

Vom Fahrrad über Segway und Funcart bis hin zur Draisine – Spaß macht, was rollt. So wie der Ball beim Sonnengolf oder die rasante Abfahrt mit dem Flying Fox vom Sonnenland Seilgarten. Der liegt genau neben der Sonnentherme Lutzmannsburg, einem der Bade-Hotspots im Mittelburgenland. Zu rasant? Dann bieten sich ausgedehnte Wanderungen und Spaziergänge in den Landseer Bergen, am Geschriebenstein, in den Weinbergen oder auf Resten der römischen Bernsteinstraße an.  

Und dann: der Wein!  

Was wäre ein Blaufränkischland ohne den Wein? Ohne Heurige und Gasthäuser? Die Hotspots des Weinbaus im Mittelburgenland sind Deutschkreutz, Horitschon, Neckenmarkt und Lutzmannsburg. Dort wird der Wein nicht nur verkostet, sondern auch regelrecht gefeiert. Bei Weinfestivals, die schon im Mai beginnen und bis in den November dauern. Aber der Wein hat im Mittelburgenland ohnehin das ganze Jahr Saison.   

LACKENBACH. EIN ORT MIT GESCHICHTE.

„Minor Louku“ – kleines Lackenbach. Unter diesem Namen taucht der Ort erstmals 1222 in einer Urkunde auf. Was „Louko“ bedeutet, darüber ist man sich bis heute nicht einig. Die einen deuten mittelhochdeutsche Wurzeln in dem Namen, andere wiederum verorten den Wortstamm im Ungarischen. Und dann steht auch eine slawische Wortverwandtschaft im Raum. Was sich daraus auf jeden Fall ablesen lässt: Die deutschen, ungarischen und slawischen Einflüsse der Region. Denn vom burgenländischen Lackenbach aus sind es nur wenige Kilometer zur ungarischen Grenze. Aber auch die Ortschaften Nikitsch oder Großwarasdorf, in denen heute noch Kroatisch gesprochen wird, sind nicht weit weg. Klein Lackenbach war eine beschauliche Siedlung und stand unter der Herrschaft Landsee. Die Beschaulichkeit änderte sich, als Mitte des 16. Jahrhunderts ein Schloss errichtet wurde. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel gelangte es 1612 durch Heirat in den Besitz der Familie Esterházy. Aus dem einst „kleinen Lackenbach“ wurde ein florierender Wirtschaftsstandort. Bald siedelten sich auch Juden aus Neckenmarkt hier an – Lackenbach wurde zu einer der Sieben Gemeinden des Burgenlandes und stand damit unter dem Schutz der Fürsten Esterházy. 

In die Geschichte ging Lackenbach vor allem durch eine Schlacht ein: Graf Nikolaus Esterházy besiegte hier 1620, gemeinsam mit den kaiserlichen Truppen, die Scharen Gabor Bethlens. Die Kaisertreue wurde belohnt, die Familie Esterházy sollte dadurch zu einer der führenden Familien des Königreichs Ungarn aufsteigen. Dieser Aufstieg brachte für Esterházy auch weitere Herrschaften mit sich: Forchtenstein und Eisenstadt, wodurch Lackenbach immer mehr zum Wirtschaftsschloss wurde. Und diese Geschäftigkeit ist in der Region heute noch spürbar. Im Obstgarten des Schlosses, auch in den Weinbergen rund um Lackenbach oder bei einem der zahlreichen Feste in der Region.